Gehetzt

Gehetzt

Mein Atem geht schnell,
gehetzt streift mein Blick die Bäume.
Ich komme zu langsam voran.
Meine Gedanken rasen,
ebenso wie meine Beine.
Der Schmerz in den Beinen ist kaum zu spüren,
denn die Verzweiflung gibt mir Kraft.
Nur meine Lunge, die zu bersten droht, macht mir zu schaffen.
Mein Leben,
mein Leiden,
zieht an mir vorüber,
langsam,
wie ein alter Film in schlechter Qualität.
Der Hass steigt wieder auf.
Der Hass auf mich selbst.
Ich konnte nie lange laufen,
deswegen überrascht es mich,
wie viel Zeit schon vergangen ist,
während ich durch den dunklen Wald fliege.
Die Sterne leuchten am Himmel,
sie leuchten wie deine Augen wenn du lachst.
Die Bäume stehen am Wegrand,
standhaft wie du.
Langsam breitet sich ein taubes Gefühl in mir aus.
Ich stolpere, fange mich, renne weiter,
denn diese Kraft der Verweiflung muss weg.
Würdest du wenigstens am Ende des Weges stehen,
gäbe es einen Grund warum ich laufe,
gäbe es einen Grund warum ich weine,
gäbe es einen Grund warum ich hoffe.
Aber du hast mich schon am Anfang dieses steinigen Weges verlassen.
Doch es ist alles meine Schuld.
Niemandem kann ich es sagen,
meine Freunde lachen,
und du?
Was würdest du tun,
wenn du mich hier sehen würdest?
Würdest du mitlaufen?
Würdest du mich stoppen?
Oder würdest du einfach zusehen wie ich mich von dir entferne?
Mir wird schlecht,
mein Magen ist zu sehr strapaziert.
Ich möchte mich übergeben,
gleich an diesem Wegrand,
aber dann müsste ich stoppen,
doch dazu bin ich noch nicht bereit.
Jeder schlechte Film hatte mehr zu bieten als ich,
jedes Unglück hat dir mehr gebracht als ich.
Doch ich kann nicht um Verzeihung bitten,
ehe ich nicht weiß wer und was ich bin,
was ich ertrage,
was ich fühle,
was ich will.
Denn viel zu wenig habe ich an mich gedacht.
Wenn du deswegen leiden musst, tut es mir leid,
aber diesmal bin ich an der Reihe.
18.10.07 17:31
 


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